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„In der Summe mit 2008 noch zufrieden“

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„Angesichts der beispiellosen konjunkturellen Trendwende sind wir in der Summe mit dem Erreichten noch zufrieden“ – die HERMA Geschäftsführer Sven Schneller (links) und Dr. Thomas Baumgärtner.

05. Mai 2009

Geschäftsjahr 2008: Einmalige Sondereffekte reduzieren Umsatz leicht um 2,0 % auf 202,8 Mio. Euro / Hohe Abschreibungen nach massiven Investitionen drücken Jahresüberschuss / Haftmaterial wächst trotz schrumpfendem Markt / Aggressive Preiskämpfe bremsen Etiketten / Rekordergebnis bei Etikettiermaschinen

HERMA bleibt trotz eines extrem schwierigen Umfeldes auf Kurs: Die auf Selbstklebetechnik spezialisierte Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Filderstadt verringerte 2008 ihren Umsatz zwar geringfügig um 2,0 % auf 202,8 Mio. Euro. Zwei Gründe dafür waren jedoch der Verkauf der Papierwaren-Marke Multo in den Niederlanden und der bewusste Verzicht auf das wenig profitable Geschäft mit Kleinauflagen bei Etiketten. Ohne diese Sondereffekte hätte der Gesamtumsatz leicht über Vorjahr (206,9 Mio. Euro) gelegen. HERMA profitierte dabei sowohl vom Anlaufen des hochmodernen Beschichtungswerks zu Beginn des Geschäftsjahrs als auch vom Start der neuen Etikettierer-Produktion in Deizisau Mitte 2008. Hohe Abschreibungen nach den massiven Investitionen in den Vorjahren sowie der dramatische Währungsverfall im wichtigen Auslandsmarkt Großbritannien drückten den Jahresüberschuss deutlich unter Vorjahr. „Angesichts der beispiellosen konjunkturellen Trendwende ab dem 4. Quartal sind wir in der Summe mit dem Erreichten aber noch zufrieden“, sagte HERMA Geschäftsführer Sven Schneller. Die Struktur mit den drei Geschäftsbereichen Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen, die jeweils sehr unterschiedliche Zielgruppen bedienen, habe sich dabei einmal mehr stabilisierend auf das Gesamtunternehmen ausgewirkt. Die Exportquote lag nahezu unverändert bei 52,5 % nach 52,4 % im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter sank leicht von 792 auf 784, die Zahl der Auszubildenden erhöhte das Unternehmen von 29 auf 37.

Haftmaterial wächst im Verdrängungswettbewerb
Wie schon in den Vorjahren erwies sich der Geschäftsbereich Haftmaterial als Wachstumstreiber. In einem insgesamt schrumpfenden Markt setzte er mit 96,3 Mio. Euro (im Vorjahr: 90,9 Mio. Euro) 5,9 % mehr um. Dank der Kapazitäten des neuen Beschichtungswerks gelang es, Wachstumspotenziale in allen relevanten Zielmärkten weiter auszuschöpfen. Insbesondere in Osteuropa konnte HERMA mit Haftmaterial, dem Ausgangsmaterial für die Etikettenproduktion, überproportional zulegen. „Aufgrund der langfristigen Perspektiven für diese Region ist das für uns von besonderer Bedeutung“, betonte Dr. Thomas Baumgärtner, Schnellers Kollege in der Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Haftmaterial. Aber auch im hart umkämpften heimischen Markt erzielte der Geschäftsbereich ein Plus von 12 %.  

Aggressiver Preiskampf bei Etiketten
Die konjunkturell außerordentlich widrigen Umstände wirkten sich dagegen bereits merklich umsatzmindernd auf den Geschäftsbereich Etiketten aus: Nach 89,3 Mio. Euro lagen die Erlöse 2008 mit 78,7 Mio. Euro um 11,9 % niedriger als im Vorjahr. Neben dem allgemeinen Abschwung und den genannten Sondereffekten kamen erschwerend strukturbedingte Rückgänge bei Consumer- und Office-Produkten wie klassischen Fotoalben, Einklebemitteln sowie Endlos- und Frankieretiketten hinzu. Gleichzeitig ging der aggressive Preiskampf bei Industrieetiketten mit unverminderter Härte weiter. Erfreuliche Zuwächse verzeichnete HERMA dagegen im Stammgeschäft mit A4-Etiketten für Büro-Kopierer und PC-Drucker. Für 2009 konnten Rahmenverträge mit bedeutenden europäischen Einkaufsgenossenschaften abgeschlossen werden. „Sie sind ein wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau des mittelfristig besonders chancenreichen Exportgeschäfts“, erläutert Geschäftsführer Sven Schneller. Die erfolgreiche Konzentration im Industriegeschäft auf Etiketten für Logistikaufgaben steigerte bereits die Auslastung im Rollengeschäft. Gleichzeitig profitierte das Ergebnis bei Industrieetiketten bereits spürbar von der Mitte 2008 abgeschlossenen Bündelung aller Etiketten-Aktivitäten am Hauptsitz in Filderstadt. 

Maschinen erfolgreich wie nie zuvor
Obwohl der Umzug von Stuttgart-Wangen nach Deizisau im ersten Halbjahr erhebliche Ressourcen beanspruchte, konnte der Geschäftsbereich Etikettiermaschinen sein letztjähriges Rekordergebnis bei Umsatz und Ertrag nochmals übertreffen. Die Erlöse stiegen von 26,7 Mio. Euro um 4,1 % auf 27,8 Mio. Euro. Maßgeblich dazu beigetragen hat wieder der Erfolg des vielseitigen Etikettierers HERMA 400. Seine verkauften Stückzahlen haben sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt; das Unternehmen konnte damit eine führende Marktstellung in diesem Segment erreichen. „Die planmäßige Weiterentwicklung der Produktpalette sowie die weiteren Optimierungsmöglichkeiten im Fertigungsprozess, die der Standort Deizisau bietet, lassen uns auch in diesem Bereich einigermaßen zuversichtlich nach vorne schauen“, so Geschäftsführer Sven Schneller. 

Schwierige Prognose
Erste Umsatzprognosen für 2009 sahen im Rahmen des Planungsprozesses für das Gesamtunternehmen noch einen Zuwachs von insgesamt 6 % vor. „Vor dem Hintergrund der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung haben wir davon Abstand genommen“, sagt Schneller. „Wir stellen uns auf ein schwieriges Jahr ein, für das verlässliche Prognosen kaum möglich sind. Wir rechnen derzeit aber mit einem spürbaren Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2009. Ob wir das im zweiten Halbjahr aufholen können, ist fraglich.“ Im Branchenvergleich stehe HERMA jedoch gut da – auch aufgrund der sehr unterschiedlichen Geschäftsfelder. „In einigen Produktbereichen gelingt es uns sogar, Marktanteile zu gewinnen.“



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